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Überraschende Perspektiven in die Alltagsroutine
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Kleine Leute in der großen Stadt (Gebundene Ausgabe) Kunst ist die Befassung mit dem eigenen Inneren oder besser gesagt die individuelle Deutung der Unwirklichkeit in ihrer realen Wirkung. Damit meine ich, dass es die Betrachtenden selbst sind, welche das Geschaffene wahrnehmen und für sich be_deuten. Theodor W. Adorno sagte einmal: "Kunst ist Magie, befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein."
So kann man tagtäglich durch die Straßen ziehen, den Weg zu Arbeit, Ausbildungsstätten oder Freizeitorten gehen, ohne auch nur einen kurzen Augenblick ein einziges "Stück Kunst" zu entdecken. Oder aber man ist unterwegs wie der Straßenkünstler Slinkachu und entdeckt jeden Meter, an jeder Hauswand, in jedem Garten, hinter jeder Mülltonne "Kunst-Stücke".
Eben genau das hat der getan - Kunst entdeckt. Dabei ging es ihm offenbar genau nicht darum, Kunst zu "schaffen", sondern in der Tat darum, diese zu entdecken. Das zudem dort, wo niemand sie vermutet, wahrnimmt, erdenkt. Die Reduktion des Alltäglichen in einen Minimal-Maßstab von 1:87 lassen die Kleinheit des Normalen plötzlich zum großen Werk werden, zur Präsentation und Dokumentation dessen, was unbeachtet um uns herum ist.
So betrachten wir vielfach übersehene träumerische Sehnsüchtige, am Gemeinwohl Tätige, kontemplative Gläubige oder kulturell Suchende. Wir entdecken, wie viel Kunst - vielleicht auch Lebenskunst und eventuell sogar Überlebenskunst darin liegt, sich in entdeckende Bewegung zu setzen, zu kommunizieren und zu sinnieren, sich zu präsentieren und zu profilieren, zu echauffieren und zu visieren.
Die verblüffenden Aufnahmen der im Kleinen die wirkliche Umgebung aufnehmenden und wiedergebenden Begebenheiten und Situationen sind so gesehen Objekte einer Augenblickskunst, deren künstlerische Bedeutung in dem liegen, was nach der Betrachtung folgt. Erst die Distanz zum Geschehen, in der Erstarrung gestellt und fotografisch festgehalten, lässt die Welt um die Betrachtenden herum zur Kunst avancieren, die Kultur des Lebens zum ausstellungsreifen Moment werden.
Das sehr ansprechende, irgendwie still und doch intensiv wirkende Buch zeigt die so entstandene Kunst so anregend und klar, dass es keiner Worte bedarf und lediglich das kurze vom Künstler wiedergegebene Dialog sind ein Hinweis darauf, dass Kunst nicht die Frage von Konstruktion, die angewandte Kleinheit des Dargestellten nicht eine Frage von Kind sein, sondern Beides Aspekte von Lebensbewältigung beinhalten. © Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Spiel- und Kulturpädagoge, Freier Journalist, Fürth/Bay.
Pablo Picasso: "Wir alle wissen, dass Kunst nicht die Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen begreifen können." (1923).
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 7. April 2009 | | |
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